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July 21 - September 9, 2007
Schloss Plueschow - Mecklenburgisches Kuenstlerhaus
Curated by Miro Zahra and Davide Di Maggio
Schloss Plüschow präsentiert mit „MALKUNST 2 - Aktuelle Malerei in Berlin“ ein Projekt, das unter dem Titel „MALKUNST - Aktuelle Malerei aus Deutschland“, im Jahr 2000 von der Kuratorin Birgit Hoffmeister, in der Fondazione Mudima, initiiert wurde.
Die Ausstellung MALKUNST 2 wurde im Frühjahr dieses Jahres in der Fondazione Mudima in Mailand gezeigt und ist nun ab dem 22.7.2007 im Schloss Plüschow zu sehen.
Berlin hat sich mittlerweile zu einer Kunstmetropole entwickelt, die eine enorme Anziehungskraft vor allem auf die jüngere Künstlergeneration ausübt. Das Thema Malerei, das weltweit einen Kunstmarktboom auslöste, hat auch in der außerordentlich lebhaften Kunstszene in Berlin eine besondere Bedeutung erhalten.
Seit einigen Jahren wird die Malerei vor allem in Deutschland als privilegiertes Medium verstanden, das in der Lage ist, externe Anregungen zusammenzufassen und die Wirklichkeit zu interpretieren, die wieder aufgenommenen, fotografierten, technisch überarbeiteten Bilder, die auf Leinwand komponiert werden und dort zum Ausdruck kommen.
Nicht zufällig nennt sich die Ausstellung nach der Allegorie der Malerei (Die Malkunst) von Jan Vermeer, ein Werk von 1665/66, das sich auf die Spannung zwischen der Reproduktion von Realität und der Kreation des Bildes konzentriert.
Zehn Künstler haben mit den Möglichkeiten der Verbindung zwischen Malerei und Raum gearbeitet.
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog im Verlag Editioni Mudima Mailand, mit einem Text von Achillle Bonito Oliva.
Beteiligte Künster:
Martin Dammann (Friedrichshafen, Bodensee, Deutschland 1965 – lebt und arbeitet in Berlin) ist vor allem bekannt für seine Aquarelle auf großformatigem Papier, wie auch für seine Videoarbeiten. Die wichtigsten Quellen seiner Arbeit sind das Fernsehen und Kinofilme, wie auch historische Archive und Kriegsfotografien. Oft kombiniert er in seinen Ausstellungen Wasserfarben mit Fotografien des Zweiten Weltkrieges.
Martin Eder (Augsburg, Deutschland, 1968 – lebt und arbeitet in Berlin) Vertreter der jüngeren Generation deutscher Maler. In seinen surreal anmutenden Arbeiten benutzt der Künstler kommerzielle Klischees um, geleitet von kindlichem Verlangen, die gegenwärtige Gesellschaft zu kommentieren.
Surrealistisch sind auch die Arbeiten von Oda Jaune (Sofia, Bulgarien, 1979 - lebt und arbeitet in Düsseldorf). Eine der interessantesten Künstlerinnen der neuen Generation in Deutschland. Die junge bulgarische Künstlerin lässt sich für ihre Bilder von ihren Reisefotografien, von Bildern aus dem Internet oder aus Zeitschriften inspirieren, um sie dann bizarr zu kombinieren. Ihre unbenannten Werke stellen Fragen, die der Betrachter sich selbst beantworten muss. Das formale Resultat bringt uns zurück zu den Bildern René Magrittes oder auch zur metaphysischen Malerei von Giorgio De Chirico.
Die Arbeiten von Axel Geis (Limburg, Deutschland 1970 - lebt und arbeitet in Berlin) und des englischen Künstlers Gavin Tremlett (Hertford, Großbritanien, 1977 - lebt und arbeitet in Berlin) konzentrieren sich vor allem auf die Figur des Menschen, doch während Tremletts Stil sich an der italienischen Malerei des 16. Jahrhunderts orientiert mit Hell-Dunkel-Techniken im Stile Caravaggios, die den Körpern einen Skulptureffekt verleihen, orientiert sich Greis im Gegensatz dazu an den Bildern des Kinos und an alten Fotografien, die er in einem Prozess malerischer Abstraktion auf seine Leinwand überträgt und ihre Inhalte so verändert.
Der griechische Künstler Dimitris Tzamouranis (Kalamata, Griechenland, 1967 - lebt und arbeitet in Berlin), übernimmt eine Technik, die aus der traditionellen religiösen Malerei stammt und benutzt Kupfer als malerische Oberfläche. Die natürlichen Eigenschaften dieses Materials haben sein Interesse am Spiegelkonzept geweckt, das den Betrachter zwingt, sich über die unterschiedliche Wahrnehmung zwischen den realen Bildern und den reflektierten Bildern Gedanken zu machen.
Erik Schmidt (Herford, Germania, 1968 - lebt und arbeitet in Berlin) entwirft seine Werke mit fotografischem Geist unter Beachtung des Bildausschnitts und der Belichtungsdauer. Fragmente des alltäglichen Lebens werden unsterblich auf der Leinwand, im Versuch eine Fotoaufnahme in fast impressionistischen Stil zu reproduzieren. Schmidt ist bekannt geworden durch seine Videoarbeiten, an denen er auch selbst als Erzähler oder auch als Voyeur teilnimmt.
Franziska Klotz (Dresden, Deutschland, 1979 - lebt und arbeitet in Berlin) Sie arbeitet abwechselnd mit Öl-, Acryl- und Sprayfarben und bevorzugt Sujets des alltäglichen Lebens innerhalb reeller und virtueller Räume, die sie in eine Malerei mit umfangreichen Farben umsetzt.
Marten Frerichs (North Shields, Großbritanien, 1967 - lebt und arbeitet in Berlin) stellt innere und äußere Räume dar, in denen der Mensch nicht vorkommen darf. Er zwingt den Betrachter somit, sich in diese Räume hineinzudenken. Entschlossen lehnt er Ölfarben ab, die er als zu klassisch empfindet und benutzt stattdessen Acrylfarben, Tinten und Lacke. Die Motive seiner Arbeiten beziehen sich auf die Subkultur.
Nachdem Kailiang Yang (Jinan - Shandong, China, 1974 - lebt und arbeitet in Hamburg) die Kurse von Norbert Schwontkwoski belegt hat, konzentriert sich der chinesische Künstler in seiner Arbeit auf alltägliche Szenen, Straßen und Viertel der Stadt sezierend, abgebildet auf der Leinwand durch seine visuelle Wahrnehmung. Er wechselt detaillierte mit konfusen und unscharfen Gemäldeszenen, die im Betrachter eine Verschiebung der Wahrnehmung in verschiedene Richtungen auslöst.
Gefördert durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes M-V und den Landkreis Nordwestmecklenburg
Mit freundlicher Unterstützung von den Berliner Galerien:
Galerie Barbara Thumm, Galerie Carlier & Gebauer, Galerie Davide Di Maggio, Galerie Jan Wentrup und Galerie Wohnmaschine, sowie privaten Leihgebern
Begrüßung: Miro Zahra, Leiterin des Künstlerhauses
19 Uhr Konzert: ensemble du verre (e.d.v.) Claas Ueberschär (tp), Daniel Cordes, Sönke Düwer